In der Estrella Fluvial del Inírida (EFI), die 2014 als Ramsar-Gebiet anerkannt wurde, haben mehrere indigene Gruppen, die vom Verzehr und Verkauf von Fisch leben, einen Schwerpunkt auf das Monitoring der Unterwasserwelt gelegt. Durch die Bestimmung von Größe, Geschlecht und Geschlechtsreife der verzehrten Fische soll die Entwicklung der Fischbestände über einen längeren Zeitraum erfasst und verglichen werden, um die Ernährungssouveränität zu sichern und der Gefahr der Überfischung entgegenzuwirken.
In der EFI haben indigene und bäuerliche Gemeinschaften zudem ein Modell der territorialen Selbstverwaltung entwickelt, das den Schutz der biologischen Vielfalt mit nachhaltiger Entwicklung in Einklang bringt. Der WWF führte hier Workshops zu indigenen Rechten und Selbstbestimmung durch.
Im Rahmen des Projekts wurde das EFI-Ramsar-Büro in seiner Rolle gestärkt. Gegründet von Mitgliedern indigener und bäuerlicher Gemeinschaften, besteht dieses Organ aus bäuerlichen, lokalen und indigenen Gruppenvertreter:innen der Region und spielt unter anderem in der Abstimmung gemeinsamer Tourismus- und Kommunikationsstrategien eine entscheidende Rolle. Das Büro wird aber auch für Workshops zu speziellen Rechten der indigenen Bevölkerung und angrenzender Gemeinschaften genutzt.
Zu diesem Zweck hat der WWF beispielsweise ein Kommunikationskollektiv gegründet, das die Geschichten und Schönheiten der Region nach außen trägt. Im Ramsar-Büro werden aber auch gemeinschaftliche Monitoring-Prozesse entwickelt, zum Beispiel zu nachhaltiger Fischerei und Tourismus, und die Stimmen aller indigenen Gemeinschaften gehört.