Das Kitirua-Gemeindeschutzgebiet ist ein Wildtierkorridor von immenser Bedeutung. Er verbindet den Amboseli-Nationalpark in Kenia mit der Enduimet Wildlife Management Area in Tansania. Das Kitirua-Gemeindeschutzgebiet ist aber auch ein wichtiges Verbindungsstück für einen Korridor, der bis zu den Wäldern des Kilimandscharo-Massivs in Tansania verläuft.

Seit 2023 arbeitet der WWF Deutschland gemeinsam mit den Menschen vor Ort für das Gemeindeschutzgebiet Kitirua. Mit dem Ziel, Lebensräume und Wanderkorridore für Wildtiere dauerhaft zu sichern und grenzüberschreitende Ressourcen nachhaltig zu nutzen.

Informationen zum Kitirua Gemeindeschutzgebiet

Informationen

Lage: Das Kitirua-Gemeindeschutzgebiet liegt zwischen dem Amboseli-Nationalpark in Kenia und der Enduimet Wildlife Management Area in Tansania.

Fläche: etwa 13.211 Hektar – verwaltet von 4.058 Landbesitzer:innen.

Lebensraum: Die Landschaft in Kitirua besteht aus sanft geschwungenem Grasland rund um den namensgebenden Kitirua-Hügel. Von hier aus überblickt man den gesamten Amboseli-Nationalpark bis hin zum Amboseli-Salzsee; auf der anderen Seite sieht man bis zum Kilimandscharo-Massiv.

Kitirua ist Teil einer großartigen Landschaft

Giraffe im Kitirua Schutzgebiet © Faith Tanui / WWF Kenia
Giraffe im Kitirua Schutzgebiet © Faith Tanui / WWF Kenia

Angrenzend an das Kitirua-Gemeindeschutzgebiet liegt der berühmte Amboseli-Nationalpark. Er ist das Herz der Amboseli-Landschaft. Um ihn herum liegen die Flächen von fünf so genannten Group Ranches mit insgesamt 8.000 Quadratkilometern Fläche und mehr als 45.000 Mitgliedern.

Group Ranches sind abgegrenzte Weidegebiete, auf die eine Gruppe von Viehzüchtern offizielle Landrechte haben. Sie lassen dort ihre individuellen Herden weiden.

Diese Flächen sind für den Naturschutz enorm wichtig, denn sie stellen Verbindungen her zu den nationalen Schutzgebieten wie dem Amboseli-Nationalpark, dem Chuyulu-Hills-Nationalpark, den Tsavo-Nationalparks und auf tansanischer Seite dem Kilimandscharo-Nationalpark.

Der Amboseli-Nationalpark allein ist mit nur 390 Quadratkilometern viel zu klein, um diese wichtige und vielfältige Landschaft großräumig zu schützen. Daher musste ein Ansatz gefunden werden, der die Amboseli-Landschaft als Ganzes und über die Grenzen des Nationalparks hinaus schützt.

Zu diesem Zweck wurde der „Amboseli Ecosystem Trust“ (AET) gegründet, dem auch der WWF angehört. Unter diesem Dach entwickeln der WWF, die Michael-Otto-Stiftung und andere Partner-Organisationen den „Amboseli Ecosystem Management Plan 2020 – 2030“ (AEMP). Er sieht die Ausweisung von Korridoren und Schutzgebieten und die Entwicklung von Schutzgebieten vor – das Kitirua-Gemeindeschutzgebiet ist eines davon – außerdem ist eine nachhaltige Landnutzungsplanung Teil des Management-Plans.

Nachhaltige Nutzung für Mensch und Tier

Viehhirte in Siana, Kenia © Austine Okande
Viehhirte © Austine Okande

Das Kitirua-Gemeindeschutzgebiet ist in verschiedene Nutzungszonen unterteilt: Es gibt eine Kernzone für Naturschutz, Zonen für nachhaltige Weidewirtschaft und eine Zone für Wildtier-Tourismus.

Weidevorschriften regeln die nachhaltige Nutzung. Umgesetzt werden die Regeln von einem Weideausschuss, der unter anderem festlegt, welche Flächen wann beweidet werden dürfen. Die Einhaltung der Regeln wird von Gemeinde-Wildhüter:innen durchgesetzt. Diese sind auch für den Schutz der Wildtiere und die Sicherheit der Tourist:innen zuständig. Das touristische Potential der Region ist sehr hoch.

Nachhaltige Weidewirtschaft und sanfter Tourismus sind gleich zwei Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung, die sich hervorragend ergänzen.

Das macht der WWF in Kitirua

Die Landeigentümer:innen spielen bei der Verwaltung des Schutzgebietes eine wichtige Rolle © Faith Tanui / WWF Kenia
Die Landeigentümer:innen spielen bei der Verwaltung des Schutzgebietes eine wichtige Rolle © Faith Tanui / WWF Kenia

Der WWF unterstützt das Kitirua-Gemeindeschutzgebiet mit der finanziellen Hilfe der Michael-Otto-Stiftung und übernimmt unter anderem den Aufbau der Stationen für Ranger:innen, des Hauptquartiers, des Managementplans und weiterer wichtiger Strukturen. Alle 4.058 Landeigentümer:innen wurden in einem partizipativen Prozess dafür gewonnen.

Derzeit werden die Details einer modellhaften neuen „Conservancy-Verfassung“ ausgearbeitet. Sie soll als eine Art „Gold-Standard“ etabliert werden mit den Prinzipien Partizipation, Naturschutz, Selbstverwaltung, Rechtssicherheit und demokratische Prozesse etabliert werden, an dem sich auch andere Gemeindeschutzgebiete orientieren können.

Unterstützung für das Projekt

Logo der Michael Otto Stiftung © Michael Otto Stiftung
© Michael Otto Stiftung

Um den dringenden umweltpolitischen Aufgaben gerecht zu werden, ist ein enger Austausch zwischen Naturschutz, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft von großer Bedeutung.

Die Umweltstiftung Michael Otto nimmt sich dieser Herausforderung an, indem sie relevante Natur- und Umweltschutzthemen auf die Agenda setzt und Entscheidungsträger*innen an einen Tisch bringt.

Ihre Spende hilft!

Mit ihrer Spende tragen Sie dazu bei, intakte Landschaften wie das Kitirua-Gemeindeschutzgebiet für Menschen und Tiere zu sichern!

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