Die WWF-Wanderausstellung „Ästuare – Lebensadern der Küste“ zieht weiter und ist ab jetzt im Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste zu bestaunen. Auf mehreren Stelen portraitiert die Ausstellung sowohl die faszinierenden Besonderheiten der Mündungsgebiete von Elbe und Ems als auch die Schäden, die sich durch den Ausbau für Schifffahrt und Deichbau und die Effekte der Klimakrise immer mehr zuspitzen.
„Nach den bisherigen Stopps an der Elbe und der Ems ist unsere Wanderausstellung jetzt an der Nordsee angekommen. Einige Kilometer rechts und links der Küste münden die Weser und die Elbe ins Meer und wir befinden uns praktisch am Geburtstort der Ästuare. Diese Mündungsgebiete, die unsere Ausstellung in den Fokus nimmt, zeichnen sich durch eine besonders hohe Artenvielfalt aus. Allerdings ist die Natur durch Schifffahrt, Küstenschutz, Fischerei, Industrie, Landwirtschaft und Tourismus bedroht. Viele Nutzungsinteressen laufen hier zusammen. Die Ausstellung verdeutlicht, wie sich der Zustand der Ästuare an Elbe und Ems in den letzten 25 Jahren dramatisch verschlechtert hat und skizziert Wege aus der Krise“, erklärt Beatrice Claus, Expertin für Ästuare beim WWF Deutschland.
„Uns ist es wichtig, aufzuzeigen, welche besonderen Naturräume wir neben dem Nationalpark mit den Flussmündungen haben und wie wir diese für Natur und Mensch zukünftig schützen und erhalten können“, sagt Dr. Matthias Merzen, Leiter des Nationalparkhauses.
Die Ausstellung verfolgt die Entwicklung der beiden norddeutschen Ästuare in den vergangenen Jahrzehnten und stellt dar, wie sie durch menschliche Eingriffe Schaden nehmen. Durch diverse Baumaßnahmen erhöhen sich die Schlickmengen, Fischen geht die Luft aus und Lebensräume gehen verloren.
Um die Abwärtsspirale zu stoppen, wurde zum Beispiel 2015 der „Masterplan Ems 2050“ unterzeichnet. Aktuell gibt es allerdings Pläne, die Außenems erneut für die Schifffahrt zu vertiefen. Der WWF und andere Umweltverbände befürchten, dass sich die ökologische Situation dadurch weiter verschlechtert. Auch die Schäden der letzten Elbvertiefung sind weit größer als einst prognostiziert. Was im Emsästuar geschieht, lässt darauf schließen, was der Elbe womöglich noch bevorsteht, falls die letzte Elbvertiefung nicht rückgängig gemacht und eine Renaturierung eingeleitet wird.
Praktische Informationen zur Ausstellung
Zeitraum: Ab sofort bis Ende August
Wo: Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste, Am Kutterhafen 3, 27639 Wurster Nordseeküste
Öffnungszeiten:
Im April: Dienstag – Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr (montags geschlossen, Ostermontag außer der Reihe geöffnet)
1. Mai bis 31. Oktober: täglich 10:00 bis 18:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Mehr zum WWF-Ästuarschutz an Elbe und Ems erfahren Sie hier: Ästuarschutz an Elbe und Ems.